Ava Reed:Die Stille meiner Worte

Die Stille meiner Worte
Die Stille meiner Worte
Datum:
Veröffentlicht: 23.3.21
Von:
Anja Ache-Vogel

2018, Ueberreuter Verlag

Als erstes hat mich der Titel fasziniert, der in seiner Widersprüchlichkeit ebenso tiefgründig wie poetisch klingt. Als nächstes hat mich das Buchcover fasziniert: Ein schattenhaft in Dunkelblau abgebildetes Mädchen mit einer Katze auf dem Arm. Und dann, während des Lesens, hat mich das ganze Buch fasziniert, welches es schafft, dem Leser ein schweres Thema – den Verlust eines Menschen – intensiv und innerlich sehr gut nachvollziehbar nahezubringen. Und was das Schöne dabei ist: Man muss sich nicht durch ein schwieriges Metier hindurchquälen, denn der Roman liest sich spannend, sehr ansprechend und mit großer Leichtigkeit. 

Es geht um die siebzehnjährige Hannah, die nach dem Verlust ihrer Zwillingsschwester nicht mehr spricht. Ihrer Umwelt, ihrer Familie und letzten Endes auch sich selber kann sie sich nicht mehr mitteilen. Nur mit der Katze kommuniziert sie und in Briefen, welche sie nach dem Schreiben verbrennt, an ihre tote Schwester, mit der sie sehr inniglich verbunden war. Letzten Endes sind es dann Gleichgesinnte - Jugendliche in ebenso schweren Situationen wie der ihren – die sie dazu bringen, sich ganz langsam wieder dem Leben öffnen zu können. Das, was in Hannah innerlich abläuft, wird hervorragend sprachlich nachgezeichnet und jeder, der schon einmal in einer ähnlichen Situation war, kann sich wiederfinden in dem, was der Verlust für Hannah bedeutet, was er mit ihr macht, und wie sie es lernt, die Welt um sich herum und somit auch sich selber wieder spüren zu können. 

Für mich war das Lesen sehr bereichernd, und ich kann dieses Buch nur empfehlen!